Essen auf Rädern

 

Der Wagern, der das Projekt "Essen auf Rädern" erst ermöglichtDie Essenausgabe wird vorbereitet Eine Ausgabestelle für das Mittagessen Bedürftige erhalten ein Essen Das Essen wird verteilt

 

Das Projekt ?Essen auf Rädern in Donezk? wird gefördert von der Stiftung ?Erinnerung, Verantwortung und Zukunft? in Berlin.


Darstellung des Vorhabens
Geplant war ursprünglich, dass in zwei Außenbezirken von Donezk 60 alte Menschen, insbesondere NS-Opfer, dreimal wöchentlich ?Essen auf Rädern? erhalten. Die Auswahl der Begünstigten erfolgt auf Grundlage von festgelegten und nachvollziehbaren Kriterien und wird ausreichend dokumentiert. Das Vorhaben erweist sich als Modellprojekt in Donezk und Umgebung.


Umsetzung des Projektes
Das seit Juni 2007 durchgeführte Projekt wurde jetzt bereits im 2. Jahr fortgesetzt, davon überzeugte sich auch die deutsche Delegation unter Leitung von Dr. Martin Salm von der Stiftung EVZ Mitte Oktober 2008. Vor allen Dingen wurde die Möglichkeit mit Hilfe der deutschen Stiftung im Sommer 2007 ein Auto zu erwerben, enthusiastisch von dem Donezker Fonds begrüßt. Der Opel Kombo wurde mit großer Sorgfalt und fachlicher Beratung in Donezk gekauft. In Briefen wird uns immer wieder mitgeteilt, wie froh alle über das Auto sind und wie sehr es gebraucht wird. Zum Einkaufen der Lebensmittel, zum Verteilen des Mittagessens legt der Wagen täglich 25-85 km zurück.
 Die Essensausgabe erfolgt weiterhin, abgesehen von einer kurzen Sommerpause drei Mal wöchentlich. Das Essen wird an fünf (nicht wie geplant an zwei) Stellen ausgegeben (Proletarski, Budjonnovskij, Leninskij und Kirovskij rajon, im Proletarskij rajon sind zwei Essenausgaben eingerichtet). Die Erweiterung des Projektumfanges von zwei Bezirken auf vier ergab sich aus der großen Nachfrage von. Die Zahl der ausgegebenen Mittagessen schwankte im 2. Projektjahr wegen der angespannten wirtschaftlichen Situation zwischen 165 und maximal 225 wöchentlich, im Durchschnitt wurden 180 Personen/Woche versorgt. Darunter befinden sich ca. 25 bettlägerige Personen bzw. solche, die das Haus nicht mehr verlassen können. Ihnen wird das Essen von Volontären nach Hause gebracht. Darüber hinaus gibt es eine sogenannte ?private? Versorgung durch Nachbarn etc. für diejenigen, die nur zeitweise nicht zur Essensausgabe kommen können. In etlichen Fällen holen die Volontäre die Menschen auch ab, da - wegen der sozialen Kontakte - Wert darauf gelegt wird, das Mittagessen in den vom Sozialfonds und anderen Organisationen eingerichteten Räumen gemeinsam einzunehmen.

Die für das Projekt vorgesehene Tätigkeit wird von den Mitarbeitern des Sozialfonds ausgeführt. Sie beträgt 25% bis 35 % der Arbeitszeit. Dafür werden die Mitarbeiter aus den Mitteln des Projektes bezahlt. Das Essen wird vorbereitet und gekocht. Die Volontäre und Ehrenamtlichen wurden in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Organisationen (NGOs) in den einzelnen Bezirken bestimmt. Sie treffen sich regelmäßig zu Arbeitsbesprechungen, meistens am Samstag. Hier werden auch anstehende Probleme erörtert. Insgesamt wurden 31 Volontäre und Ehrenamtliche mit folgenden Aufgaben betraut: in erster Linie mit dem Ausfahren und Austragen von Essen, aber auch mit der Besorgung von Lebensmitteln, dem Anbau von Gemüse, der Organisation von Tombolas. Die Tombolas, auf denen von der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. gespendete Spielsachen u.ä. verlost werden, dienen dazu finanzielle Mittel für das Projekt zu erzielen.

Ein Teil der Volontäre und Ehrenamtlichen erhält für den Einsatz lediglich Mittagessen und Sachmittel aus der von uns gesandten ?Humanitären Hilfe?. Es sind vor allem ältere Frauen, die sich hier engagieren, aber auch Jugendliche aus kinderreichen Familien, die vom Sozialfonds seit Jahren unterstützt werden.

Über das Projekt informieren die an der Maßnahme beteiligten Organisationen durch Aushänge usw. ausführlich, ebenso das Sozialamt der Stadt Donezk. Die Information in den Donezker Medien wird nicht forciert, da die Zahl der Bedürftigen, die eine Versorgung mit Mittagessen wünschen, sehr groß ist. Die negative wirtschaftliche Entwicklung in der Ukraine auf Grund der globalen Krise und die damit verbundene Mittelkürzung für den Sozialfonds gestatten es zurzeit nicht, das Projekt auszuweiten. Als Fernziel wird eine Erweiterung aber angestrebt.

 

Erfolge und Probleme
Wir sind nach wie vor beeindruckt, wie gut und umfangreich, sogar über den geplanten Umfang hinaus, das Projekt läuft, trotz der finanziell kritischen Situation in Donezk. Das Projekt hat in Donezk viel bewirkt:

  • Zusammenarbeit von Sozialstellen und gesellschaftlichen Organisationen (NGOs). Zusätzlich wird an den Orten der Essensausgabe die Möglichkeit genutzt, Beratungsgespräche zu führen, eine Aufgabe, die ebenfalls gemeinsam von den Organisationen und vom Sozialfonds erfüllt wird.
  • Der Mittagstisch kommt zu den Menschen in die sozialen Brennpunkten, das Gemeinschaftsgefühl und die gegenseitige Hilfsbereitschaft werden gestärkt. Zusätzliche Hilfe gibt es dann, wenn alte oder behinderte Menschen nicht mehr ihre Wohnung verlassen können.

Allerdings gibt es auf Grund der gestiegenen Benzin- und Lebensmittelpreise, der zunehmend ausbleibenden Spenden von Betrieben, die teilweise oder ganz schließen, größere Probleme als im 1. Projektjahr. Die Hoffnung, die sich im Sommer 2008 abzeichnete, das Projekt noch weiter auszuweiten, ist vorerst geschwunden. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir gemeinsam auf jeden Fall den bisherigen Standard aufrecht erhalten können.

 

Perspektiven
Die Weiterführung des Projektes über das 3. Projektjahr hinaus, wird von allen Seiten gewünscht und angestrebt. Wie schon erwähnt, bemüht sich der Sozialfonds selbst intensiv, mit großem Einsatz und durchaus erfolgreich um Sponsoren in Donezk. Es gibt allerdings Probleme wegen der Wirtschaftssituation. Der Sozialfonds wird von den Organisationen ?Kriegskinder? und den ?Invaliden? tatkräftig unterstützt.
Durch verschiedene Maßnahmen, Anbau von Gemüse, Konservierung von Obst und Gemüse für den Winter, Tombolas u.a. hat der Sozialfonds zusätzliche Eigenmittel erwirtschaften können. Das Projekt wird - nach der Anschaffung des Autos durch die Stiftung EVZ im 1. Projektjahr - bereits jetzt vor allem von der Donezker Seite getragen, so dass der Sozialfonds optimistisch ist, die gesamte Finanzierung ? natürlich auch mit der weiteren Unterstützung durch die Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.- auch in Zukunft zu meistern.

 

Bei Interesse zum Projekt "Essen auf Rädern" freue ich mich über Ihre Fragen.

Waltraud Jachnow Tel.: 0234 - 23 44 95 Fax: 0234 - 23 97 818
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ein warmes Essen - Ohne Ihre Hilfe nicht für jeden selbstverständlich

Seit dem Frühjahr 2007 führt der Donezker Sozialfonds - unterstützt von der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. - das Projekt ?Essen auf Rädern? in unserer Partnerstadt durch. Das Projekt war möglich geworden, weil die Stiftung ?Erinnerung, Verantwortung und Zukunft? in Berlin den Antrag für eine Fehlbedarfsfinanzierung von 43.000 EUR für drei Jahre bewilligte.

Alte bedürftige Menschen, darunter ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter  und sogenannte Kriegskinder, das sind Menschen die unter der Okkupation von Stalino (Donezk) im Zweiten Weltkrieg gelitten haben, werden zweimal in der Woche mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Das Essen wird im Sozialfonds zubereitet und vor allem in die sozial benachteiligten Randbezirke von Donezk ausgefahren. Jede Woche waren das bis zu 200 Mittagessen.Wir berichten regelmässig in den Mitteilungen darüber.

Für das für Donezk innovative Projekt wurde vor allem ein Auto benötigt, das ebenso wie Kühlschränke, Gefriertruhen u.ä. von dem Stiftungsgeld gekauft werden konnte. Offiziell endete die auf drei Jahre begrenzte Unterstützung durch die Stiftung zum 31. Mai 2010. Der Sozialfond hatte sehr sparsam gewirtschaftet, so dass Stiftungsgeld noch bis Oktober 2010 zur Verfügung stand. Eine darüber hinausgehende Förderung wurde von der Stiftung abgelehnt.

Der Leiter des Sozialfonds, Sergej Jakubenko, und seine Mitarbeiter fahren nach wie vor Essen aus, geraten aber zunehmend in Schwierigkeiten. Denn die Preise für Lebensmittel und Benzin sind gestiegen und die Personalkosten müssen nun allein vom Sozialfonds aufgebracht werden. Die Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. unterstützt die Donezker Freunde nach wie vor mit Sachmitteln, sieht aber, dass es unumgänglich scheint, ihnen auch mit Geld zu helfen, wenn die Weiterführung des Projektes nicht gefährdet werden soll. Wir denken  an einen Betrag von 300 EUR monatlich, den wir über Spenden aufbringen müssen. Eine Unterstützung ist auch mit einer Art "Patenschaft" in Höhe von 10, 20 oder 30 EUR monatlich möglich.

Es wäre großartig, wenn Sie uns und damit den bedürftigen Menschen in unserer Partnerstadt dabei helfen!